Sie können zwischen drei verschiedenen Bestellmethoden zur Erstellung von Bestellvorschlägen in pixi wählen: On Demand, Sollbestand auffüllen und für eine bestimmte Lagerreichweite.
Wichtig:
Offene Kundenbestellungen sind Bestellungen, welche noch bearbeitet und an den Kunden versendet werden müssen. Bestellungen im Status ANG werden immer als offene Kundenbestellungen betrachtet. Bestellungen im Status HAL werden beim Bestellvorschlag nur einbezogen, wenn die Einstellung Automatischer Bestellvorschlag auch für HAL-Bestellungen für die jeweilige Zahlungsart im pixi Control Center > Reiter Tabellen > Tabelle Zahlungsarten aktiviert ist. Kundenbestellungen im Status NEU, AUS, EIN, STO, NLB, FUT oder FUS werden nicht berücksichtigt.
Die Anzahl der offenen Lieferantenbestellungen ist abhängig vom Parameter Erstellen von Lieferantenbestellungen: wenn nur neue Bestellungen erstellt werden, so werden auch bestehende Bestellungen im Status NEU als offene Lieferantenbestellung berücksichtigt, um zu verhindern, dass zu viele Artikel nachbestellt werden.
In die Berechnung der Kennzahl des "Verkaufs pro Tag" fließen auch Verkäufe der pixi POS Applikation ein.
Ausführliche Beispiele zur Berechnung finden Sie hier.
On Demand
https://vimeo.com/141882232?share=copy
Eine Erläuterung der Bestellmethode On Demand anhand von Berechnungsbeispielen
Bestellmethode On Demand, Spieldauer ca. 6 Minuten, Sprache: Deutsch
Wann sollte die Bestellmethode „On Demand“ verwendet werden?
Wählen Sie diese Bestellmethode, wenn Sie Bestellvorschläge nur für Artikel erstellen möchten, welche benötigt werden, um offene Kundenbestellungen zu versenden.
Wie wird die Bestellmenge berechnet?
So berechnet pixi die benötigte Menge eines Artikels bei Verwendung der Bestellmethode On Demand:
Benötigte Menge = Offene Kundenbestellungen – Offene Lieferantenbestellungen – Physischer Lagerbestand
Ausführliche Beispiele zur Berechnung finden Sie hier.
Beispiel: Bestellmethode „On Demand“ in pixi Web
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Sollbestand
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Eine Erläuterung der Bestellmethode Sollbestand anhand eines Berechnungsbeispiels
Bestellmethode Sollbestand, Spieldauer ca. 7 Minuten, Sprache: Deutsch
Wann sollte die Bestellmethode „Sollbestand“ verwendet werden?
Verwenden Sie diese Bestellmethode, wenn Sie Bestellvorschläge für Artikel erstellen möchten, welche den Meldebestand unterschritten haben, und der Sollbestand aufgefüllt sowie offene Kundenbestellungen versendet werden sollen.
Wichtig: Diese Bestellmethode kann nur verwendet werden, wenn Meldebestand und Sollbestand für alle Artikel gesetzt ist. Andernfalls entspricht die Berechnung dem Vorgehen der Bestellmethode On Demand.
Wie wird die Bestellmenge berechnet?
Nachfolgend eine vereinfachte Darstellung der Bestellmethode Sollbestand:
Die Abbildung zeigt die Entwicklung des verfügbaren Lagerbestandes für einen Artikel über einen Zeitraum. Zur Veranschaulichung des Sachverhalts gehen wir dabei von einem linearen Abverkauf aus, weshalb die verfügbare Menge (blaue Linie) hier geradlinig abfällt. Ist der Meldebestand erreicht, so kann der Artikel über den Bestellvorschlag bestellt werden. Der Zeitpunkt für den Bestellvorschlag muss jedoch selbst festgelegt werden - pixi führt diesen nicht automatisch aus. Demnach kann das Datum für die Lieferantenbestellung (Bestelldatum) auch unterhalb des Meldebestandes erfolgen.
Die Benötigte Menge entspricht der Differenz aus dem Sollbestand und dem derzeit verfügbaren Lagerbestand und ist die Menge, die bestellt werden muss, um den Sollbestand zum Zeitpunkt der Erstellung der Lieferantenbestellung aufzufüllen. Die Bestellmenge kann aber aufgrund der Lieferzeit des Lieferanten und der Berücksichtigung der Mindestbestellmenge und Verpackungseinheit auch höher als die Benötigte Menge sein. Da zwischen Bestell- und Lieferdatum der Lieferantenbestellung einige Zeit vergeht (Lieferzeit), sinkt der verfügbare Lagerbestand unter Umständen bis zur Lieferung weiter ab und die Bestellmenge reicht nicht mehr aus, um den Sollbestand aufzufüllen.
Es ist generell also zu empfehlen, den Meldebestand höher zu setzen als der zu erwartende Verkauf, bis die Lieferung eintrifft. Sonst besteht die Gefahr, dass der Artikel ausverkauft ist, bis die Nachlieferung eintrifft. Durch das Hinterlegen eines Sicherheitsbestandes pro Artikel kann darauf aufmerksam gemacht werden, dass ein Artikel häufig verkauft und dementsprechend immer mit einem gewissen Bestand auf Lager sein sollte. Dies kann ebenso dazu beitragen, dass der Bestand des Artikels nicht unter 0 fällt.
So berechnet pixi die benötigte Menge eines Artikels bei der Verwendung der Bestellmethode Sollbestand:
Überprüfung, ob der Meldebestand unterschritten wurde: Meldebestand >= Verfügbarer Lagerbestand.
Wurde der Meldebestand unterschritten, so wird die benötigte Menge berechnet:
Benötigte Menge = Sollbestand – (Physischer Lagerbestand – Offene Kundenbestellungen + Offene Lieferantenbestellungen)
Ausführliche Beispiele zur Berechnung finden Sie hier.
Beispiel: Bestellvorschlag „Sollbestand“ in pixi Web
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Lagerreichweite
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Eine Erläuterung der Bestellmethode Lagerreichweite anhand eines Berechnungsbeispiels
Bestellmethode Lagerreichweite, Spieldauer ca. 10 Minuten, Sprache: Deutsch
Wann sollte die Bestellmethode „Lagerreichweite“ verwendet werden?
Diese Bestellmethode wird für mittel- und langfristiges Vorhalten des Lagerbestands empfohlen, insbesondere für Artikel, die kontinuierlich verkauft werden („never out of stock“) oder bei Saisonartikeln. Möchten Sie beispielsweise Weihnachtskalender für das kommende Weihnachten bestellen, so können Sie die Weihnachtssaison des letzten Jahres als Zeitraum zur Berechnung des durchschnittlichen Verkaufs pro Tag auswählen.
Wie wird die Bestellmenge berechnet?
Schritt 1: Bestimmung des durchschnittlichen Verkaufs pro Tag zur linearen Verkaufsprognose
Für die Berechnung der Lagerreichweite werden die Artikelverkäufe eines festlegbaren Vergleichszeitraums hinzugezogen. Dabei können Sie zwischen der Lagerreichweite auf Basis der letzten X Tage oder unter Berücksichtigung eines gewissen Zeitraums (bspw. letzte Weihnachtssaison) wählen. Die Anzahl der Artikelverkäufe ist dabei abhängig vom gewählten Zeitraum:
Die linke Abbildung zeigt eine hohe Anzahl an Artikelverkäufen (Schwankung des Verkaufs nach oben). Durch den kurz gewählten Zeitraum ist auch die durchschnittliche Verkaufsmenge relativ hoch. Die rechte Abbildung hingegen enthält sowohl eine Schwankung nach oben als auch eine Schwankung nach unten, womit sich im Durchschnitt eine niedrigere Anzahl an Artikelverkäufen ergibt - die Schwankungen werden also ausgeglichen.
Nehmen wir an, es würde je ein Bestellvorschlag für beide Zeiträume erstellt werden, dann wäre die Bestellmenge für den kurzen Zeitraum höher als für den längeren Zeitraum, da im kurzen Zeitraum durchschnittlich mehr verkauft wurde und daher - basierend auf der Annahme einer linearen Verkaufsprognose - mehr bestellt werden muss.
Bitte beachten Sie, dass eine Rundung vorgenommen, wenn bei der Bestellmenge eine Nachkommastelle zwischen 0,01 und 0,99 errechnet wird.
Schritt 2: Bestimmung der Bestellmenge basierend auf dem prognostizierten Verkauf
Die nachfolgenden Abbildungen zeigen die Entwicklung des verfügbaren Lagerbestandes für einen Artikel über einen festgelegten Zeitraum. Entsprechend der Annahme eines linearen Abverkaufs, fällt der Lagerbestand (blaue Linie) geradlinig ab:
Zur Vereinfachung gehen wir vorerst davon aus, dass die Lieferung am Tag der Bestellung eintrifft (Lieferzeit = 0 Tage). In diesem Fall entspricht die benötigte Menge der Bestellmenge, da die Lieferzeit des Lieferanten unerheblich ist und in dieser Zeit keine Verkäufe stattfinden. Der Lagerbestand wird unter Berücksichtigung des angegebenen Vergleichszeitraums so aufgefüllt, dass er für einen festgelegten Zeitraum ausreicht (Lagerreichweite). |
Da in der Realität zwischen Bestellung und Lieferung einige Tage vergehen (Lieferzeit) und in dieser Zeit auch Artikel verkauft werden, müssen diese in die Berechnung der zu bestellenden Menge mit einfließen. Die Bestellmenge wird dementsprechend aus dem voraussichtlichen Verkauf im angegebenen Zeitraum + voraussichtlichen Verkauf während der Lieferzeit berechnet. Der Lagerbestand wird also unter Berücksichtigung des angegebenen Vergleichszeitraums sowie der Lieferzeit des Artikels (falls nicht vorhanden, der Lieferzeit des Lieferanten) so aufgefüllt, dass er für einen festgelegten Zeitraum ausreicht (Lagerreichweite). |
Der Zeitpunkt für den Bestellvorschlag muss jedoch selbst festgelegt werden - pixi führt diesen nicht automatisch aus. Demnach kann das Datum für die Lieferantenbestellung (Bestelldatum) auch unterhalb des Meldebestandes erfolgen.
Sie können mithilfe des Parameters ""Meldebestand berücksichtigen"" bestimmen, ob nur Artikel vorgeschlagen werden, die den Meldebestand unterschritten haben oder alle Artikel, deren Lagerbestand für die festgelegte Reichweite nicht ausreicht. Wird der Meldebestand einbezogen, so muss dieser für alle Artikel gepflegt sein.
So berechnet pixi die benötigte Menge eines Artikels bei der Verwendung der Bestellmethode Lagerreichweite:
(Wenn ""Meldebestand berücksichtigen"" aktiviert ist) Überprüfung, ob der Meldebestand unterschritten wurde:
Meldebestand >= Verfügbarer Lagerbestand.Überprüfung, ob der vorhandene verfügbare Lagerbestand für die Lagerreichweite ausreichend ist:
((Lagerreichweite * Verkauf pro Tag – Retouren) – (Physischer Lagerbestand – Offene Kundenbestellungen + Offene Lieferantenbestellungen)) > 0Wurde der Meldebestand unterschritten und ist nicht ausreichend Bestand vorhanden, so wird die benötigte Menge berechnet:
Benötigte Menge = (Lagerreichweite * Verkauf pro Tag – Retouren) – (Physischer Lagerbestand – Offene Kundenbestellungen + Offene Lieferantenbestellungen) + (Lieferzeit * Verkauf pro Tag)
Beispiel: Bestellvorschlag „Lagerreichweite“ in pixi Web
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